Werkstätten / Schreibworkshops mit Regina Rusch

Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche – was soll das?

Regina Rusch bei einem Schreibworkshop zum Thema GruselWas soll das Schreiben den Kindern und Jugendlichen bringen? Ganz gewiss geht es nicht darum, aus ihnen Nachwuchs-Schriftsteller/innen zu machen (obgleich sich das durchaus dabei ergeben kann ... )

Das Aufschreiben von Texten, oder ursprünglicher: Das Aufschreiben von Gedanken und Ideen, von Gefühlen und Phantasien, von Erlebnissen und Erfahrungen hilft, sich selbst zu "sortieren" und gewissermaßen seinen eigenen "Stand"-Punkt in der Welt zu orten. Es hilft, sich klar zu werden über das, was in einem vorgeht, ein Ventil zu finden für Gefühle, in eine Form zu bringen, was einen bewegt.

Literatur ist nichts Abgehobenes, das eine objektive Wahrheit oder Wirklichkeit wiedergibt, sondern die Darstellung, Verarbeitung und Umsetzung eigener Probleme und Erlebnisse (oder auch der von anderen Personen) in einem dauernden schöpferischen Prozess. Die Virtualisierung der eigenen Realität kann zu einer neuen Wahrnehmung derselben führen, was in der Zeit der massiven und stürmischen Veränderungen - wie es in der Pubertät geschieht - sehr hilfreich ist.

MRegina Rusch: Beispiel für einen Schreibworkshopeine Herangehensweise ist das Spielerische. Ich nutze die Lust am Ausdenken, Spinnen und Phantasieren, die in den meisten Kindern und Jugendlichen steckt, um über scheinbaren Nonsens unvermittelt bei ernsthaften Texten zu landen.

Es geht mir um die Lust der Herstellung von Geschichten, um die Lust beim Schreibprozess, der selbst zum Erlebnis wird. Da die Herkunft der Teilnehmer und die Zusammensetzung der Gruppe völlig offen und unbekannt ist, kann und will ich als Moderatorin/Leiterin der Schreibwerkstatt nicht von vornherein Vorgaben machen, sondern im Dialog mit den Teilnehmern herausfinden, in welche Richtung wir uns bewegen werden.

Wie sieht das praktisch aus?

Ich biete zwei Möglichkeiten an:

A – Die Phantasie-Stunde

Regina Rusch: Beispiel für einen SchreibworkshopHierbei handelt es sich um eine Art Mini-Workshop. Mein Hauptanliegen ist, Kinder zum Phantasieren und Selberschreiben anzuregen. Wir erfinden gemeinsam eine Geschichte (mündlich). Es zeigt sich rasch, dass Kinder eine blühende Phantasie haben - auch wenn sie manchmal verschüttet zu sein scheint. Diese "Phantasie-Stunde" sollte Anstoß zum Fortführen im weiteren Unterricht sein (z.B. Gestaltung eines Comics oder Bilderbuchs).

Mögliche Themen:

B – Workshop "Kreatives Schreiben"

Regina Rusch: Beispiel für einen SchreibworkshopDas Erfinden von Geschichten, das Ausdenken phantastischer Situationen, das Jonglieren mit Wörtern kommt im Schulalltag leider viel zu kurz. Die meisten Kinder, vor allem ältere, blocken erst mal ab, wenn es ans Schreiben geht. Mit Hilfe einfacher Wort- und Schreibspiele kann man sie jedoch verlocken, ihrer Phantasie auch schriftlich freien Lauf zu lassen. Am Anfang stehen Gruppentexte. Je nach der zur Verfügung stehenden Zeit werden danach auch Einzelarbeiten angefertigt. Wichtig ist, den Kindern am Schluss wirklich etwas "in die Hand" zu geben, das sie selbst anschauen und zu Hause vorzeigen können.

Mögliche Themen: